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Bernhard Münch berichtet aus dem Archiv von Jakob Sonntag (1902-1991)

Vor 295 Jahren
Grundsteinlegung für Schloss Augustusburg

Brühl wäre ohne „seinen“ Kurfürsten Clemens August bei Weitem nicht die Stadt, wie wir sie heute kennen. Der wichtigste, und bis auf den heutigen Tag prachtvoll sichtbare Grund hierfür ist und bleibt das Faible des Kurfürsten für seine Prachtbauten. Schloss Augustusburg, nach der Zerstörung der Brühler Burg durch die abziehenden französischen Truppen am 21. April 1689 noch von seinem Amtsvorgänger und Oheim Josef Clemens in die erste Planung gebracht, sollte erst durch Clemens August wirklich Gestalt annehmen: und dieser Entstehungsprozess begann am 8. Juli 1725 mit der feierlichen Grundsteinlegung durch den Bauherrn und Namensgeber persönlich. Zum Oberbauleiter bestellt er den Münsteraner Genieoffizier und Architekten Johann Conrad Schlaun, zum Oberbaukommissar Freiherrn von Metternich. Die Planungen zum Wiederaufbau wurden – zum Glück, wie man aus heutiger Sicht sagen muss – immer wieder verworfen und verändert. Ursprünglich sollten die beiden bei der Zerstörung der Burg noch stehengebliebenen Türme in das neue Bauwerk einfließen. Ein Abbild der Planung lässt uns angesichts der Pracht, in der die Augustusburg uns heute ohne diese beiden Kolosse ins Auge fällt, geradezu erschaudern und zugleich dankbar aufatmen.
Wie eng die Verbindung zwischen Regent und Oberbauleiter im Übrigen war, mag sich daraus erschießen, dass der Kurfürst persönlich Taufpate für den erstgeborenen Sohn seines Baumeisters wurde:  Clemens August Schlaun empfing am 23. Juni 1727 das Sakrament der Taufe. Der Sohn entstammte der am 3. November 1725 geschlossenen Ehe Schlauns mit der Schwester des kurfürstlichen Hofrates Johann Francois Bourel, Maria Katharina Bourel.

Vor 530 Jahren
Breve zur Klostergründung
Ein für die Entwicklung unserer Heimatstadt ungemein wichtiges Datum war der 6. Juli des Jahres 1490. An eben jenem Tag erhielt der Kölner Erzbischof und Kurfürst Hermann von Hessen von Papst Innocenz Vlll. die Erlaubnis, ein Kloster zu gründen. Das päpstliche Breve wies ihm das Recht zu, „in der Stadt oder im Kölnischen Lande ein Haus zu gründen mit Kirche, Konvent, niedrigem Glockenturm, Glocke usw. und den Observatenbrüdern (Franziskanern von der strengen Observanz) diese Niederlassung für immer zur Benutzung zu übertragen." Diese Ermächtigung nahm der Kölner Kirchenfürst nur zu gerne zum Anlass in seiner Residenzstadt Brühl ein Kloster zu begründen.
Die Verbindung zwischen Brühl, den Franziskanermönchen und dem Regenten war übrigens in der Tat sehr innig: als Hermann von Hessen am 19. Oktober 1508 in Poppelsdorf starb, hielten die Franziskaner von Brühl die Totenwache. Seine letzte Ruhe fand er im Kölner Dom in einem schlichten Flachgrab. Sein Herz jedoch wurde auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin in der Brühler Klosterkirche St. Maria von den Engeln vor dem Hochaltar beigesetzt.

Vor 280 Jahren
Balthasar Neumann besucht Brühl
Brühl und Balthasar Neumann, diese beiden Namen haben in unserer Zeit eine feste Verbindung: das prunkvolle Treppenhaus von Schloss Augustusburg sowie die nicht weniger prachtvoll gestaltete Schlosskirche bezeugen die großartige Schaffenskunst des Barockbaumeisters hier in Brühl.
Streng genommen hat Brühl die beiden Werke Balthasar Neumanns nur dem Umstand zu verdanken, dass Clemens August mit der Innengestaltung des Stiegenhauses seiner Augustusburg durch Johann Conrad Schlaun - der grundsätzliche Innenausbau stand weitgehend unter der Leitung von Francois de Cuvilliés - nicht sonderlich zufrieden war und nach ´höherem´ trachtete.
Hatte er doch gerade bei seinem Würzburger Kollegen, dem Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn, dessen von Neumann prächtig gestaltete Residenz bewundern können. So war es dann selbstverständlich, dass Schönborn seinen Hofarchitekten nach Brühl auslieh. Fast exakt 15 Jahre nach der Grundsteinlegung, genauer am 8. Juni 1740 (dieser Rückgriff in den Monat Juni sei angesichts der Coronapause des BBB erlaubt) statte Balthasar Neumann Brühl einen ersten Besuch ab, zur Besichtigung der „Fehler und Ohnständ“, wie er es niederschrieb. Bereits Mitte des Jahres 1741 konnte er Clemens August die Pläne seiner „Haubt-Idee“ vorstellen, und diesen damit genauso begeistern, wie uns noch heute. Die Arbeiten begannen im Jahre 1744.

Vor 130 Jahren
Von Emanzipation keine Spur
Als der Brühler Chronist im Herbst des Jahres 1890 folgendes vermerkte, da bot der Eintrag keinerlei Anlass zur Kritik. Diese aber würde heutzutage wohl einem Shitstorm gleich über den armen Schreiber hereinbrechen. Was hatte man damals zu Papier gebracht?
„Seit dem 19. Juli 1890 residiert im Schloß lhre Königliche Hoheit Prinzessin Friedrich Karl von Preußen, und im September feiert sie unter Anteilnahme der ganzen Bürgerschaft ihren Geburtstag mit Fackelzug, Galatafel und großer lllumination.“ Der Chronist berichtete weiterhin: „Die Prinzessin ist eine freundliche und sehr herablassende Dame, aber leider sehr harthörig.“
Die Erwähnung ihres Ohrenleidens mag man vielleicht noch übergehen, aber dass er der Prinzessin die Erwähnung des eigenen Namens verwehrte, das wäre heute wohl ausgeschlossen. Maria Anna Prinzessin von Anhalt-Dessau, wie sie vor Ihrer Heirat mit dem Preußenprinzen hieß, war seit dem 29. November 1854 den Prinzen Friedrich Karl Nikolaus von Preußen verheiratet, aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Vor 100 Jahren
Pfarrer Georg Grosser kommt nach Brühl
Am 7. Juli 1920 wurde Pfarrer Georg Grosser als Seelsorger der evangelischen Gemeinde Brühl in sein Amt eingeführt. Er trat damals die Nachfolge von Pastor Richard Frickenhaus an, der seit 1876 in Brühl gewirkt hatte, und am 1. April 1920 in den Ruhestand getreten war. Grosser war in Brühl lange und segensreich tätig. Dies spiegelt sich nicht nur in der nach ihm benannten Straße wider, sondern auch in der Tatsache, dass ihm am 4. Juli 1963 die Ehrenbürgerwürde unserer Heimatstadt angetragen wurde.




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